Revolutionen des Alltäglichen
Zeitgenössische Lateinamerikanische Kunst

Drawing (As a drop I am going out of my home),
Diango Hern√°ndez
Drawing (As a drop I am going out of my home),
2006
verschiedene Möbel, Gegenstände durch ein Wasserrohr verbunden
variable Dimensionen
Courtesy Inhotim Collection, Minas Gerais, Brazil
Detailansicht
23. August 2009 - 01. November 2009

Das Museum Morsbroich zeigt in einer Gruppenausstellung mit Alexandre da Cunha (*1969, Brasilien), Diango Hern√°ndez (*1970, Cuba), Gabriel Kuri (1970, Mexico), Glenda Le√≥n (1976, Cuba), Jorge Macchi (*1963, Argentinien), Wilfredo Prieto (*1978, Cuba), Martin Soto Climent (*1977; Mexico) und Valeska Soares (*1957, Brasilien) zeitgen√∂ssische lateinamerikanische K√ľnstlerInnen, deren k√ľnstlerisches Interesse einem konzeptuellen Ansatz folgt.

Einerseits thematisieren die K√ľnsterInnen die Materialit√§t ihrer Arbeiten, indem sie oftmals Alltagsgegenst√§nde aus ihrem traditionellen Kontext nehmen und sie durch Eingriffe in ihre Ausgangssubstanz in einen neuen Sinnzusammenhang stellen. Durch diese k√ľnstlerische Vorgehensweise sch√§rfen sie auf der Seite des Betrachters das Bewusstsein f√ľr die Form und Materialit√§t der Dinge, da sich der scheinbar so bekannte und vertraute Alltagsgegenstand in ein vollkommen neues Objekt zu wandeln scheint. Im Abgleich der Wahrnehmungen zwischen Vertrautheit und Irritation entwickelt sich nicht nur die Komplexit√§t des Formenrepertoires, sondern auch der intellektuelle Spielraum f√ľr das Schaffen neuer Bedeutungen.

Andererseits greifen die K√ľnstlerInnen in ihren Arbeiten aber auch gezielt auf bestehende kulturelle Verweissysteme zur√ľck. Die Kunst als ein solches Bezugssystem und vor allem die Geschichte der Moderne bilden hierbei einen wesentlichen Referenzpunkt. Indem die K√ľnstlerInnen die an der Ideologie der Moderne geschulte Formensprache zitieren und damit in Erinnerung rufen, brechen sie sie aber sogleich in der Behandlung der Objekte wieder auf oder kehren auf semantischer Ebene ihre Bedeutung um. Damit agieren sie im Bereich der kritischen Hinterfragung gegebener Wertesysteme und Ideologien und reagieren dergestalt auch auf eine immer st√§rker globalisierte und paradoxerweise immer mehr auseinanderfallende Welt.

In diesem Zusammenhang spielt das Prek√§re oder die Kunst der Improvisation, die sich in vielen der Werke wiederfindet, eine entscheidende Rolle ‚Äď auch im Hinblick auf die ad hoc arrangierte L√∂sungsidee, die ein subversives, revolution√§res Element in sich tr√§gt.

Die Ausstellung wird von Stefanie Kreuzer kuratiert.

Gefördert durch

 

  

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