Radical Shift.
Politische und soziale UmbrĂĽche in der
Kunst Argentiniens seit den 60er Jahren

Ausstellungsansicht
Radical Shift
Ausstellungsansicht
(Graciela Sacco:
vorne: Esperando a los bárbaro, 1996
hinten: El incendio y las vĂ­speras, 1996)
Foto: Achim Kukulies, DĂĽsseldorf
Ausstellungsansicht
Radical Shift
Ausstellungsansicht
(Juan Carlos Romero, Violencia, 1973 / 2011)
Foto: Achim Kukulies, DĂĽsseldorf
Ausstellungsansicht
Radical Shift
Ausstellungsansicht
(Jorge Macchi, Still Song, 2005)
Foto: Achim Kukulies, DĂĽsseldorf
13. März 2011 - 22. Mai 2011

Radical Shift
Politische und soziale UmbrĂĽche
in der Kunst Argentiniens seit den 60er Jahren

Mit Arbeiten von Oscar Bony (1941–2002), Nicola Costantino (*1964), LeĂłn Ferrari (*1920), Gabriela Golder (*1971), Norberto GĂłmez (*1941), VĂ­ctor Grippo (1936–2002), Alberto Heredia (1924–2000), Guillermo Kuitca (*1961), Jorge Macchi (*1963), Fabián Marcaccio (*1963), Charly Nijensohn (*1966), Cristina Piffer (*1953), Juan Carlos Romero (*1931) und Graciela Sacco (*1956) 

In den späten 1960er und beginnenden 1970er Jahren finden in der argentinischen Kunst radikale Umbrüche statt. Sie äußern sich nicht allein in formalen Experimenten, sondern belegen vor allem auch eine Abkehr von institutionalisierten Kontexten und die Hinwendung zu einer engagierten und medienkritischen Kunst. In politischen Aktionen und öffentlichen Interventionen drückt sich die Distanz der Künstler zu den regierenden Kräften aus. Sie richten sich gegen einen schleichenden Prozess von Zensur, Repression und Ausgrenzung, an dessen Ende ein brutales Militärregime steht, das von 1976 an für mehr als ein halbes Jahrzehnt die Macht ergreift.

Diese Erfahrungen wie auch die ungebrochene Suche nach einer nationalen Identität zeichnen bis heute das zeitgenössische Kunstgeschehen Argentiniens aus. In der Gegenwart markiert die Wirtschaftskrise von 2001 eine jähe Zäsur, die die gesellschaftlichen Verhältnisse wiederholt massiv verändert hat. In der Ausstellung stehen somit Werke im Mittelpunkt, die soziopolitische Umwälzungen thematisieren und 'subkutan' verlaufende Prozesse sichtbar machen. 

Die Ausstellung spannte einen Bogen von der politischen Konzeptkunst der 1960er Jahre über die unmittelbare Auseinandersetzung mit der Zeit der Diktatur im folgenden Jahrzehnt bis zum Schaffen der Künstler der beiden Folgegenerationen, die sich in sehr unterschiedlicher Weise auf die Realität beziehen. Wurden vor vier Jahrzehnten häufig direkte Stellungnahmen zum politischen Geschehen formuliert, so gewinnen heute Identitätsfragen verbunden mit existentiell menschlichen Erfahrungen an Bedeutung.

Die fokussierte Annäherung an die zeitgenössische Kunst Argentiniens zeigte anhand herausragender Positionen, welch identitätsstiftende Relevanz diese bis heute besitzt. Ob in Installation, Fotografie, Malerei, Skulptur oder Video – es sind ebenso nuancierte wie drastische Bilder, die die vierzehn vorgestellten Künstler in den unterschiedlichsten Medien erzeugen. Dass noch vor wenigen Jahren die Retrospektive von León Ferrari, eines der Protagonisten der Kunstszene, in Buenos Aires geschlossen und gerichtlich verhandelt wurde, zeigt die anhaltende Brisanz der argentinischen Gegenwartskunst.

Kuratorin der Ausstellung war Heike van den Valentyn, die lokale Koordination in Argentinien leitete Cristina Sommer.

Zur Ausstellung erschien ein Katalog
im Verlag für moderne Kunst Nürnberg, mit zahlreichen Farbabbildungen, wissenschaftlichen Essays von Claudia Gilman, Andrea Giunta und Heike van den Valentyn sowie mit Kurztexten zu jedem Künstler, verfasst von namhaften argentinischen Kunsthistorikern und Kuratoren. Eine Chronologie, Manifeste, Künstlerbiografien sowie eine Bibliografie bieten weitergehende Informationen zur Entwicklung der argentinischen Kunst seit den 1960er Jahren (240 Seiten, ca. 150 Farbabb.; € 25,- an der Museumskasse, € 32,- im Buchhandel).

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Mit freundlicher UnterstĂĽtzung von





 

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