Schnitte im Raum
Skulpturale Collagen

Blackout (Anna Calvi)
Max Frisinger
Blackout (Anna Calvi)
2011
Stahl, Glas, Holz, Mixed Media
246 x 272,5 x 105 cm
Courtesy Galerie Contemporary Fine Arts, Berlin
© VG Bild-Kunst, Bonn 2011
Foto: Jochen Littkemann, Berlin
Lido
Rachel Harrison & Scott Lyall
Lido
2011
Fragmente eines Adirondack
-Gartenstuhls, Staubwedel, Farbe
100 x 100 x 120 cm
Courtesy Galerie Christian Nagel
Berlin/Köln/Antwerpen
© Rachel Harrison, Scott Lyall
Foto: Sven Goyvaerts
19. Juni 2011 - 21. August 2011

Mit Arbeiten von Björn Braun, Thorsten Brinkmann, Tom Burr, Max Frisinger, Thomas Grünfeld, Rachel Harrison & Scott Lyall, Jessica Stockholder. 

Die Ausstellung vereinte aktuelle Werke von acht Künstlern, die den Ansatz einer ins Dreidimensionale erweiterten Collage verfolgen. Mit Verfahrensweisen der Integration und Desintegration, der Ãœberlagerung, Konstellation und Konfrontation, der Montage und Assemblage fügen sie vorgefundene oder vorgefertigte Bruchstücke zusammen. Sie setzen diese in einen vieldeutigen Dialog miteinander und mit dem umgebenden Raum. 

„Collage“ meint dabei weniger eine bestimmte Technik als ein grundlegendes Gestaltungsprinzip, eine Art zu denken und zu arbeiten: das „Prinzip Collage“ als Form der Skepsis, der Hinterfragung herkömmlicher Bildbegriffe. Indem sie disparate Materialien koppelt, macht die Collage das Heterogene, eine semantische oder stilistische Gebrochenheit zum ästhetischen Parameter. Die in der Collage ausgestellten Gegensätze und Widersprüche entfalten ihren eigenen, schwer kalkulierbaren Reiz.  

Seit ihrer Frühzeit als experimentelles Medium der Avantgarden wird die Collage als Strategie der „Ausbeutung des zufälligen oder künstlich provozierten Zusammentreffens […] wesensfremden Realitäten“ angewendet – mit dem Ziel, einen „Funke[n] Poesie“ zu schlagen, der „bei der Annäherung dieser Realitäten überspringt“ (Max Ernst, 1962). Diese Poesie der Collage ist eine der Selbstgespräche, in denen sich das Kunstwerk, genauer: seine heterogenen Bestandteile wechselseitig Rede und Antwort stehen und damit zugleich ihre Herkunft und vormalige Bedeutung sowie unsere Wahrnehmung davon in Frage stellen.  

Kuratoren der Ausstellung waren Fritz Emslander und Markus Heinzelmann. 

Zur Ausstellung erschien ein Katalog im Kerber Verlag mit einem Vorwort von Markus Heinzelmann und wissenschaftlichen Essays von Fritz Emslander und Vanessa Joan Müller (104 Seiten, ca. 100 Farbabb.; € 25,- an der Museumskasse, € 30,- im Buchhandel). 

 

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