Fred Sandback.
Zeichnung, die man bewohnen kann

Ohne Titel
Fred Sandback
Ohne Titel
1975
Linolschnitt
45 x 54 cm
Museum Morsbroich, Leverkusen
© 2011 Fred Sandback Archive
Ohne Titel
Fred Sandback
Ohne Titel
1975
Lithographie auf BĂĽttenpapier
56 x 76 cm
Museum Morsbroich, Leverkusen
© 2011 Fred Sandback Archive
Ohne Titel
Fred Sandback
Ohne Titel
1976
Holzstich auf Japanpapier
36 x 49 cm
Museum Morsbroich, Leverkusen
© 2011 Fred Sandback Archive
04. Dezember 2011 - 13. Mai 2012

Die Ausstellung präsentiert etwa 80 Druckgrafiken, eine Auswahl aus den umfangreichen Beständen des Museum Morsbroich. Ergänzt wird die Präsentation durch eine in Kooperation mit dem Estate of Fred Sandback, New York realisierte Fadenskulptur, eine jener Zeichnungen im Raum, die den Amerikaner (Bronxville, New York 1943–2003 New York) berĂĽhmt machten. Zudem ist eine Arbeit von neuem erlebbar, die Fred Sandback bereits 1969 anlässlich der Ausstellung Konzeption – conception eigens fĂĽr den Spiegelsaal von Schloss Morsbroich konzipierte. 

Fred Sandback entwickelte im Umfeld der Minimal Art ein einzigartiges Ĺ’uvre an der Schnittstelle zwischen festem Objekt und Zeichnung. Zunächst aus elastischer Schnur und Stahldraht, dann vor allem aus Garn fertigte er Skulpturen als eine Art von dreidimensionalen Zeichnungen: präzise gespannte Fäden, die in den Raum ausgreifen und sich nahezu körperlos zwischen Boden und Wand, Wand und Decke, Decke und Boden erstrecken. Sandback holte die Skulptur vom Sockel und reduzierte sie auf „dĂĽnne Linien, die ausreichend Raum lieĂźen, um sich durch sie hindurch und in ihr herum zu bewegen“ – „eine Zeichnung, die man bewohnen kann“ (Fred Sandback, 1998). 

Von 1970 an entdeckte Fred Sandback die Druckgrafik fĂĽr sich. Sie ermöglichte es ihm, auf der Grundlage seiner Fadenskulpturen sein bildnerisches Vokabular zu ĂĽberprĂĽfen, zu variieren, spielerisch zu erweitern oder abstrahierend zuzuspitzen. Das Bearbeiten der Druckstöcke und die einzelnen Schritte im Prozess des Druckens waren fĂĽr Sandback immer auch ein sinnlich-haptisches Erlebnis und damit dem skulpturalen Arbeiten im Raum mitunter näher als der Handzeichnung auf Papier.  

Sandback arbeitete und experimentierte in Deutschland mit verschiedenen Drucktechniken. So zeigt die Ausstellung neben den frĂĽhen Radierungen, Aquatinten und Siebdrucken auch Sandbacks ab 1975 in größerer Anzahl entstandene Linolschnitte und Holzstiche, Lithografien, Kreidelithografien und seine Umkehrlithografien – eine technische Neuerung, die Sandback in den 1980er Jahren entwickelte, um seine Konstruktionen als weiĂźe (Faden)Linien auf farbigem (Raum)Grund drucken zu können.  

Kurator der Ausstellung ist Fritz Emslander, Leiter der Grafischen Sammlung. 

Die Eröffnung der Ausstellung findet am Sonntag, den 4. Dezember 2011, um 12 Uhr im Spiegelsaal von Museum Morsbroich statt. Zeitgleich wird die Ausstellung Christopher Williams. For Example: Dix-Huit Leçons Sur La SociĂ©tĂ© Industrielle (Revision 15) eröffnet. 

Abbildung Homapage:
Fred Sandback
Ohne Titel, 1970
Siebdruck, 50 x 65 cm
Museum Morsbroich, Leverkusen
© 2011 Fred Sandback Archive

 

 

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