Der Kontrakt des Fotografen

Sechs Arbeiten aus: Drug Series, Auflage 1/4 (Installationsansicht)
Ashkan Sahihi
Sechs Arbeiten aus: Drug Series, Auflage 1/4 (Installationsansicht)
1998
C-Print montiert auf Plexiglas
152,4 x 121,9 cm
11. März 2007 - 27. Mai 2007

Tina Barney / Richard Billingham / Jeff Burton / Clegg & Guttmann / Patrick Faigenbaum / Angela Fensch / Jitka Hanzlov√° / Peter Hujar / Izima Kaoru / Marjaana Kella / Boris Michailow / Ashkan Sahihi / Thomas Struth / Andy Warhol / Miwa Yanagi / Shizuka Yokomizo

Eine Kooperation des Siemens Arts Program mit dem Museum Morsbroich, Leverkusen, und der Akademie der K√ľnste, Berlin

Die Ausstellung ¬ĽDer Kontrakt des Fotografen¬ę zeigte fotografische Serien, in denen ein kooperatives Arbeitsverh√§ltnis zwischen dem K√ľnstler und den von ihm fotogra-fierten Personen im Mittelpunkt stand.

Den Bildern liegt eine konkrete oder unausgesprochene Form der Verabredung zugrunde: Beide Seiten verfolgen ein Ziel, das nur durch die besondere Form der Zusammenarbeit gemeinsam erreicht werden kann. Dies kann die selbstbewusste Dokumentation einer randst√§ndigen Gruppe innerhalb eines ideologisch dominanten Staatswesen sein (A. Fensch) oder die Visualisierung von √§u√üerst intimen Fantasien und Tr√§umen (M. Nayagi, I. Kaoru); es k√∂nnen Kooperationen sein, bei denen der Fotografierte eine au√üerordentliche Erfahrung machen kann, die der K√ľnstler f√ľr ihn erm√∂glicht wie im Fall der Hypnosefotos von Marjaana Kella oder den Drogenbildern von Ashkan Sahihi.

Fotoserien aus dem eigenen Familienkreis (R. Billingham) leben von dem exklusiven Zugang des Fotografen zu einer Gruppe, während elitäre gesellschaftliche Kreise die Zusammenarbeit suchen, um extreme Formen der Repräsentation zum Ausdruck zu bringen (P. Faigenbaum, T. Barney).

Der besondere Fokus der Ausstellung lag auf dem Spannungsverh√§ltnis zwischen der Gattung des fotografischen Portraits und der k√ľnstlerischen Strategie: Auf der einen Seite stand die Gattung, die ein extremes psychologisches Engagement des Betrachters provozierte, der unwillk√ľrlich auf das menschliche Gesicht und den Wirk-lichkeitsgehalt der Fotografie reagierte. Auf der anderen Seite stand dem √ľberw√§lti-genden Charakter des Bildes eine projekthafte, fast wissenschaftlich pr√§zise Strate-gie des K√ľnstlers gegen√ľber. Diese Spannung zeigte, dass die kooperativen Formen der Fotografie zugleich eine fundamentale Reflektion der k√ľnstlerischen M√∂glichkei-ten des fotografischen Bildes bedeuteten.

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