Aufschlussreiche Räume
Interieur als Porträt

Unfired Clay Head
Mark Manders
Unfired Clay Head
2011‚Äď2014
bemalte Bronze, Eisen
193 x 69 x 92 cm
Courtesy Zeno X Gallery Antwerpen; © Mark Manders; Foto: Genevieve Hanson

Ausstellungsansicht Pattern of Habit Sprueth Magers Berlin
Andrea Zittel
Ausstellungsansicht Pattern of Habit Sprueth Magers Berlin
2011
Courtesy Spr√ľth Magers
¬© Andrea Zittel; Foto: Courtesy Spr√ľth Magers
Was macht mein Zuhause aus
Ene-Liis Semper
Was macht mein Zuhause aus
2009
Ein-Kanal Video, Farbe, Ton
13 min
Courtesy Galerie Martin Janda, Wien, ©

31. Januar 2016 - 24. April 2016

Zeig mir Dein Zimmer und ich sage Dir, wer Du bist! Wohnr√§ume sind keine neutralen Beh√§lter, nicht blo√üe Kulisse des Lebens. Sie berichten vielsagend vom Selbst- und Weltverst√§ndnis ihrer Bewohner. Denn der Mensch schreibt sich dauerhaft in R√§ume ein und diese wirken zugleich auf ihn zur√ľck. Er l√§dt R√§ume mit Bedeutung auf und macht sie damit, einer Visitenkarte gleich, lesbar.

Seit die holl√§ndische Malerei des 17. Jahrhunderts private Innenr√§ume zu einem eigenst√§ndigen Thema erhob, stellten sich K√ľnstler die Frage, inwiefern die Bewohner auch in den Dingen pr√§sent sind, die sie in ihren R√§umen versammeln.

Die Werke der Ausstellung setzten den Innenraum als eine Art indirektes Portr√§t ins Bild. Sie befragten das Interieur als Spiegelbild der Seele und zeigten, wie sehr Wohnungseinrichtungen Aufschluss √ľber die Pers√∂nlichkeit der dort Wohnenden geben.

Die beteiligten K√ľnstlerinnen und K√ľnstler verkn√ľpfen im Interieur kollektive Wohnerfahrungen mit Einblicken in das Innenleben des K√ľnstlers. Sie entwerfen mitunter auch ihr Selbstportr√§t als Interieur oder Geb√§ude. Raumgreifende Installationen lie√üen die Besucher nochmals in die R√§ume ihrer Vergangenheit eintauchen, w√§hrend der in die R√§ume der Erinnerung schweifende Kamerablick das ‚Äětraute Heim‚Äú der Kindheit oder der (Gro√ü)Eltern auslotete.

Im Interieur verdichten sich Biografien sowie soziale und zeitgeschichtliche Ph√§nomene. Wenn das Wohnzimmer aber zum ‚ÄěWahnzimmer‚Äú wird, das Kinderzimmer beklemmend wie eine Isolationskammer erscheint, entfalten Alltagsgegenst√§nde ein unkontrollierbares Eigenleben und geraten zum Bild der Psyche der Insassen.

Modellhaft und systematisch befragten die ausgestellten Werke das Wechselverhältnis von Wohnraum und Bewohnern in den funktionalisierten Wohnmaschinen des 20. und angehenden 21. Jahrhunderts. Und sie präsentierten die heute konsensfähige Idee vom idealen Heim als Produkt aus dem Werbeprospekt einer schwedischen Möbelfirma.

Kurator der Ausstellung war Fritz Emslander.

Die Eröffnung der Ausstellung fand am Sonntag, den 31. Januar 2016, um 12 Uhr im Spiegelsaal von Museum Morsbroich statt.

Zur Ausstellung erschien ein zweib√§ndiger Katalog in Form einer Wohnzeitschrift bei StrzeleckiBooks, mit Foto-Rundgang durch die Ausstellung, Essays und Serviceteil sowie einem Extra-Guide zu den gezeigten Werken. Der Guide lag zur Er√∂ffnung vor, das Magazin wurde am Sonntag, 6. M√§rz, 15 Uhr, im Rahmen eines K√ľnstlergespr√§chs mit Simone Demandt pr√§sentiert.

Ermöglicht durch

                       

    
               



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