Peter Radelfinger
Aah … Aha !

Kissen & Falten (seit 2000)
Peter Radelfinger
Kissen & Falten (seit 2000)
2009
Plotter-Installation
Ausstellungsansicht
Kunstmuseum Bern
Aah … Aha ! 085 aus der Serie Aah … Aha !
Peter Radelfinger
Aah … Aha ! 085 aus der Serie Aah … Aha !
digital bearbeitete Zeichnung
MaĂźe variabel
Courtesy Galerie Basta BĂĽro, Uwe Mokry / Hamburg
Joke 771
Peter Radelfinger
Joke 771
(seit 2003)
aus der Serie Joke
Kugelschreiber auf Papier
29,7 x 21 cm
Courtesy Galerie Basta BĂĽro, Uwe Mokry / Hamburg

07. Oktober 2016 - 23. April 2017

Über 1.600 Zeichnungen umfasst die Serie Kissen und Falten (seit 2000). Jeden Morgen, gleich nach dem Aufstehen, zeichnet Peter Radelfinger sein Kopfkissen – Porträts eines Abwesenden. Alle Kissenzeichnungen werden nach und nach an einen Plotter im Ausstellungsraum geschickt und ausgedruckt. Sie werden Teil einer Aktion und einer Raum greifenden Installation: Die zweidimensionalen Blätter erzeugen einen dreidimensionalen Faltenberg, eine ihrerseits vielfach in sich gefaltete Papierlandschaft.

Die Ausstellung, in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler entwickelt, präsentiert drei große Werkgruppen, die seit dem Jahr 2000 entstehen und noch ständig erweitert werden: die in eine Installation überführte Zeichnungsserie Kissen und Falten, die teils animierten Witzzeichnungen Joke / Jokeanima und die jüngste Serie digital bearbeiteter und animierter Filzstiftzeichnungen, deren Name zugleich den Titel der Ausstellung gibt. Der zwischen Aah und Aha!, vom kindlichen Staunen zum Aha-Effekt der Erkenntnis vollzogene Weg steht in der ganzen Ausstellung für einen Prozess des Denkens in und mit Bildern.

Mit kurzen Animationen haucht Peter Radelfinger den Zeichnungen seiner Serie Joke Leben ein. Er nennt die auf basierende Serie: Die statischen Bilder seiner Witzzeichnungen werden in Trickfilmsequenzen bewegt (Jokeanima, seit 2005). Das lenkt die Wahrnehmung auf Veränderungen, kleine Eingriffe, aus denen die Pointen von Radelfingers Bildwitz entstehen. Wir sehen Ohren, Nasen oder Gedärme, die sich gegenseitig necken; Gorillas, die furchterregend mit den Fingern zucken; Sonnenuntergänge, bei denen die Bewegung zweier Linien für ein meditatives, ja romantisches Seherlebnis ausreicht.

In einem Schwarm von Displays präsentiert die Ausstellung die Titel gebende Werkgruppe Aah … Aha! (seit 2010): Um den Grundimpulsen unseres Tuns wie auch der künstlerischen Arbeit auf die Spur zu kommen, beschäftigt sich Radelfinger in dieser gezeichneten Recherche mit dem kindlichen Staunen (Aah), dem Weg der (Selbst)Wahrnehmung und der Erkenntnis (Aha!). Mit scharfem Blick und viel Humor reflektiert Radelfinger gesellschaftliche und politische Themen, fragt nach der Wirklichkeit der Bilder und dem Wesen der Zeichnung.

Peter Radelfinger gehört zu den interessantesten Schweizer Künstlern der Gegenwart. Seit den 1980er Jahren konzentriert sich Radelfinger (1953 geboren in Bern, lebt in Zürich und unterrichtet dort an der Hochschule der Künste) fast ausschließlich auf das Medium der Zeichnung. Seine Kunst beweist einen ausgeprägten Hang zur Komik. Unter Einbezug neuer Methoden und Materialien belegt sie die Aktualität der Zeichnung in der heutigen medialen Vielfalt.

Die Eröffnung der Ausstellung findet am Freitag, dem 7. Oktober, um 18 Uhr, zusammen mit der Eröffnung der Leverkusener Kunstnacht im Spiegelsaal von Museum Morsbroich statt. Um 20 Uhr begleitet der Künstler einen Rundgang durch die Ausstellung und erläutert seine Arbeiten.

Mit UnterstĂĽtzung von                                Gefördert durch

       

 


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Abbildung Homepage:
Peter Radelfinger, Aah...Aha! N° 196 aus der Serie Aah...Aha! (seit 2010), digital bearbeitete Zeichnung, 21 x 29,7 cm; Courtesy Galerie Basta Büro, Uwe Mokry / Hamburg