Alles Farbe!
Jörn Stoya und die Sammlung des Museum Morsbroich

Monochrome bleu. International Klein Bleu (IKB 89)
Yves Klein
Monochrome bleu. International Klein Bleu (IKB 89)
1959
Kunstharz, Farbpigmente auf Leinwand
91 x 72 cm
Museum Morsbroich, Leverkusen; © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

LOFI Pt.II 7
Jörn Stoya
LOFI Pt.II 7
2018
Pigment auf Offsetdruck
31 x 23 cm
Courtesy Jörn Stoya und Petra Rinck Galerie, Foto: Achim Kukulies
Sprite
Fiona Rae
Sprite
2000
√Ėl, Acryl, Glitter auf Leinwand
153 x 127 cm
Museum Morsbroich, Leverkusen; © VG Bild-Kunst, Bonn 2019
26. Mai 2019 - 01. September 2019

Mit Arbeiten von Josef Albers, Carl Andre, Arman, Joachim Bandau, Georg Baselitz, Alexander Calder, Bernard Frize, Katharina Fritsch, Rupprecht Geiger, Alexej von Jawlensky, Donald Judd, Yves Klein, Imi Knoebel, Jeff Koons, Norbert Kricke, Sol LeWitt, Joseph Marioni, Charlotte Posenenske, Fiona Rae, Robert Rauschenberg, David Reed, Oskar Schlemmer, Jörn Stoya, Andy Warhol, Lawrence Weiner u.a.

‚ÄěJede Farbe erz√§hlt eine eigene Geschichte‚Äú
, so J√∂rn Stoya. ‚ÄěSie hat nicht nur einen Klang, sondern auch einen eigenen Geschmack und Geruch.‚Äú Mit den blo√üen H√§nden bringt der D√ľsseldorfer K√ľnstler (*1957 in L√ľneburg) die puren Pigmente auf seine Leinw√§nde. Seine energetischen Bilder lassen Farbe zum sinnlichen Erlebnis werden und den Betrachter in pulsierende Farbr√§ume eintauchen.

Im Rahmen einer besonderen Sammlungspr√§sentation treten Stoyas Arbeiten in einen Dialog mit Werken aus der Sammlung von Museum Morsbroich sowie aus hochkar√§tigen Privatsammlungen, mit denen das Museum dauerhaft zusammenarbeitet. Diese Kooperationen erlauben es uns, wichtige Arbeiten von international bedeutenden K√ľnstlern wie Jeff Koons, Sol LeWitt oder Joseph Marioni erstmals auch in einer Sammlungspr√§sentation zu zeigen. Zu sehen sind herausragende Gem√§lde und auch einige Skulpturen vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Der Maler J√∂rn Stoya hat sie gemeinsam mit den beiden Sammlungskuratoren Fritz Emslander und Stefanie Kreuzer ausgew√§hlt und setzt dabei ‚Äď wie in seinen eigenen Arbeiten ‚Äď alles auf die Farbe.

In den historischen R√§umen entspinnt sich ein Werke und Zeiten √ľbergreifendes Gespr√§ch √ľber die Farbe als Grundlage der Kunst, ob als Ausdruckstr√§ger, als strukturierendes oder raumgestaltendes Bildelement, als atmosph√§risches Medium oder klingender Farbton.
Da mischen die flirrenden Farben in Stoyas P√®re Lachaise III (2018) drei jeweils in einer der Prim√§rfarben Rot, Gelb und Blau gehaltene Gem√§lde von Joseph Marioni neu auf. Imi Knoebels monumental-schwarzes, mit S√§gen und Klingen maltr√§tiertes Schlachtenbild (um 1990) trifft auf J√∂rn Stoyas fragile, silbern glitzernde Bilder der Serie Killing Me Softly (2015/18). Stoyas in Tagesleuchtfarben strahlende, unregelm√§√üige Rechteck- und Trapezformen der Werkgruppe Mais Oui (2018) scheinen auf die neutral-wei√üen, strengen Geometrien Carl Andres und Sol LeWitts zu antworten. In einem anderen Kabinett streben Stoyas wie Segel vor wei√üem Bildgrund schwebende Farbfelder der Werkgruppe Maintenant (2018) zusammen mit Calders Mobile (1942) und Yves Kleins Gem√§lde Monochrome bleu (1959) gen Himmel. Im Nebeneinander von klassisch-modernen Portr√§ts, in denen sich die Farbigkeit expressiv vom Abbildhaften l√∂st, und J√∂rn Stoyas starkfarbigen √úberarbeitungen von Abbildungen moderner Steinskulpturen (Serie LOFI, 2018) entwickelt sich ein Diskurs √ľber die emotionale Ausdruckskraft der Farbe.

Stoyas Arbeiten mit ihrer teils flammenden Farbigkeit, der archaisch wirkenden Materialit√§t ohne Pinsel aufgetragener Pigmente, verbindet mit den ausgew√§hlten Sammlungsst√ľcken eine teils puristisch wirkende Klarheit und einen dezidiert bejahenden Zugriff auf die Welt. Das Miteinander gestaltet sich mal harmonisch wie ein Familientreffen oder eine indirekte Hommage, mal wie ein Schlagabtausch. Zusammen sch√§rfen sie unseren Blick auf die unterschiedlichsten Gebrauchs- und Wirkungsweisen der Farbe.

Kuratoren der Ausstellung sind Fritz Emslander und Stefanie Kreuzer in enger Zusammenarbeit mit Jörn Stoya.

Die Er√∂ffnung der Ausstellung findet am Sonntag, 26. Mai 2019, 12 Uhr, zusammen mit der Er√∂ffnung ‚ÄěPaco Kn√∂ller‚Äú im Spiegelsaal von Museum Morsbroich statt.


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Abb. Homepage:
Jörn Stoya, Broken English, Pt. III, 2018, Pigment auf Leinwand, 190 x 170 cm (Detail)
Courtesy Ulrich Beckmann, Köln; Foto A. Kukulies