Francis Al├┐s. The Private View ÔÇô Werke aus deutschen Sammlungen

Zocalo, Mai 22, 1999
Francis Al├┐s
Zocalo, Mai 22, 1999
1999
In Zusammenarbeit mit Rafael Ortega, Mexico City
Video / Dauer: von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang
Courtesy der K├╝nstler und die Galerie Peter Kilchmann, Z├╝rich
Untitled
Francis Al├┐s
Untitled
1994
Bronze, 3-teilig
12,7, x 4,4 x 6,4 cm
Privatsammlung
Untitled
Francis Al├┐s
Untitled
1994
Farbe und Wachs auf Leinwand auf Holz
18,5 x 22 x 1,8 cm
Sammlung Goetz
22. September 2019 - 05. Januar 2020

Die k├╝nstlerischen Projekte von Francis Al├┐s entwickeln sich ├╝ber mediale Grenzen hinweg (Zeichnungen, Malereien, Aktionen, Fotografien, Filmen und Installationen) und meist ├╝ber einen l├Ąngeren Zeitraum. Die Geschichten, die er erz├Ąhlt, und die Bilder, die er f├╝r diese Geschichten findet, zeugen von sensiblen Beobachtungen des menschlichen Seins in urbanen Kontexten.  Oftmals tritt er selbst als Protagonist in Aktion, wenn er den ÔÇ×RaumÔÇť durchschreitet, Handlungen vollf├╝hrt, die knapp an der Grenze des Banalen oder des Paradoxen entlangschlittern. Und dennoch werden in seinen Kunstwerken diese scheinbar allt├Ąglichen Gesten zu Metaphern von etwas Grunds├Ątzlichem. Problematiken, die unsere Gesellschaft im 21. Jahrhundert betreffen wie beispielweise Migration und das Ziehen von Grenzen oder auch die Auswirkungen der Globalisierung, finden darin einen mehrfach gebrochenen Widerhall.

Mit sozialkritischen Aktionen und Studien, simplen Gesten und poetischen Interventionen agiert Al├┐s ├Ąhnlich wie Joseph Beuys am Ber├╝hrungspunkt von Kunst und Gesellschaft, indem er entweder die Dinge und mithin gesellschaftliche Normen in Bewegung setzt oder sich selbst als Spazierg├Ąnger in die Welt einschreibt. Die einfachen, fast lapidaren k├╝nstlerischen Gesten stehen oftmals im Kontrast zu den komplexen Verweisen, die seine Werke auszeichnen und die den Bogen zu aktuellen gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Fragestellungen schlagen. Allt├Ągliche Lebenswirklichkeiten und gesellschaftliche Ordnungssysteme, die ihren Ursprung in der Rationalit├Ąt der westlichen Moderne besitzen, werden mit konkurrierenden Modellen konfrontiert. Im zentralen Motiv von Mexico City, der komplexen lateinamerikanischen Megametropole, koexistieren und kollidieren die Systeme in grandiosen Bildern und zeigen das Paradoxe des Zusammentreffens zweier Wirklichkeiten. Die Stadt, die Al├┐s seit Jahren zu seinem Lebens- und Arbeitsmittelpunkt gemacht hat, ist ihm Inspirationsort f├╝r seine von Ambivalenz und Vieldeutigkeit gepr├Ągten Arbeiten.

Die Ausstellung Francis Al├┐s. The Private View ÔÇô Werke in deutschen Sammlungen im Museum Morsbroich zeigt den K├╝nstler als einen genialen Sch├Âpfer von Bildern, die unterschiedliche Bereiche unserer Welt ├╝ber politische, gesellschaftliche und kulturelle ÔÇ×VerstrickungenÔÇť miteinander verbinden und damit unsere Sichtweise ver├Ąndern und zu komplexen Interpretationen f├╝hren. Indem simpelste allt├Ągliche Gesten auf globale politische Ordnungssysteme verweisen, wird ALLES bedeutsam und ALLES miteinander verkn├╝pft.  

Die Einzelpr├Ąsentation im Museum Morsbroich
, in der fr├╝he und auch selten gezeigte Werke des K├╝nstlers zu sehen sein werden, entsteht in enger Zusammenarbeit mit privaten Sammlungen sowie institutionellen Leihgebern.

Francis Al├┐s
(*1959 in Belgien) geh├Ârt zu den bekanntesten zeitgen├Âssischen K├╝nstlern seiner Generation.

Kuratorin der Ausstellung ist Stefanie Kreuzer

Die Er├Âffnung der Ausstellung findet am Sonntag, 22. September 2019, um 12 Uhr im Spiegelsaal von Museum Morsbroich statt.


Gef├Ârdert durch
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Abbildung Homepage:
Ohne Titel, ca. 1990, ├ľl auf Leinen, 20,5 x 26 cm, Privatsammlung